Im Allgemeinen unterliegen Sonderfarben nicht den Beschränkungen des limitierten Gamuts im Druckprozess, der im Proof simuliert wird. Auf diese Weise kann der Full Gamut des Proof-Druckers zum Drucken von Sonderfarben verwendet werden. Der Farbmanagement-Prozess, dem Prozessfarben unterliegen, kann normalerweise nicht auf Sonderfarben angewendet werden.
Sonderfarbkanäle sind in der GMG ColorProof Datenbank in Form von Sonderfarbensets angelegt. Bei der Verwendung von Sonderfarbensets ist ein weiteres Farbmanagement der Sonderfarben nicht notwendig. Wenn ein Bild im Manager für manuelle Jobs geöffnet wird, werden etwaige fehlende Sonderfarbkanäle (die in den zugewiesenen Sonderfarbensets nicht gefunden wurden) in der Infoleiste unten im Dialogfeld angezeigt. Sie können den fehlenden Kanälen dann manuell Sonderfarben aus einem Sonderfarbenset zuweisen oder direkt CMYK-Werte für die Sonderfarben eingeben.
Es ist allerdings auch möglich, statt der Sonderfarbensets ein Multicolor ICC-Profil als Proof-Profil für das Farbmanagement von Sonderfarbkanälen zu verwenden. Wird ein Multicolor ICC-Profil als Proof-Profil geladen, werden die im ICC-Profil definierten Kanäle den Kanalnamen des Bildes zugeordnet. Die gefundenen Entsprechungen werden auf der Registerkarte Kanäle in der Spalte Farbe angezeigt. Die Kanäle werden über den Namen des Tintensatzes im Profil abgeglichen.
Sonderfarben aus Sonderfarbensets können weiterhin (entweder automatisch aus dem Sonderfarbenset oder manuell auf der Seite Kanäle) Kanälen zugewiesen werden, die im Multicolor ICC-Profil nicht definiert sind. Es ist auch möglich, eine bestehende Kanaldefinition durch die Verwendung eines Sonderfarbensets zu überschreiben. (Nicht möglich, wenn Konvertierung CT/LW verwendet wird.)
Multicolor ICC-Verarbeitung.
Wenn Sie einen Job mit einem Multicolor-Bild erzeugen und ein benutzerdefiniertes Multicolor ICC-Proof-Profil laden, verpaart GMG ColorProof automatisch alle Kanäle im Bild (6 K in diesem Beispiel) mit den Kanälen im Multicolor ICC-Profil, die den gleichen Kanal-("Ink Set")Namen aufweisen (1). Wenn im Profil ein Kanal fehlen sollte, kann eine Sonderfarbe aus dem Sonderfarbenset manuell zugewiesen werden (2) oder Sie geben direkt einen CMYK-Wert ein. In einem Workflow sucht das Programm automatisch nach einer passenden Farbe in den Sonderfarbensets, die dem Workflow zugewiesen wurden.
So wenden Sie ein Multicolor ICC-Farbmanagement an
- Erstellen Sie einen neuen Job oder setzen Sie einen neuen Workflow auf (oder bearbeiten Sie die Eigenschaften eines bestehenden Jobs oder Workflows).
- Klicken Sie auf die Schaltfläche Farbmanagement im Navigationsbereich auf der linken Seite des Dialogfeldes Manager für manuelle Jobs/ Eigenschaften für Workflow.
- Klicken Sie die Registerkarte Proof-Ausgabe.
- Wählen Sie entweder einen Proof-Standard mit Multicolor ICC-Charakterisierungsprofil oder klicken Sie in der Liste der Proof-Standards auf Benutzerdefiniert.
- Wählen Sie Folgendes Profil verwenden, klicken Sie die Schaltfläche Durchsuchen und laden Sie das gewünschte Multicolor ICC-Profil.
(Es handelt sich hierbei um das Eingabeprofil, das den Farbraum des Bildes beschreibt. Das Ausgabeprofil (Drucker-ICC-Profil) ist im Kalibrierungsset definiert.) - Wählen Sie einen Rendering Intent.
- Klicken Sie auf die Registerkarte Kanäle.
- Vergewissern Sie sich, dass alle Eingabekanäle mit einem Farbkanal im Profil abgestimmt werden konnten. Falls erforderlich, können Sie Kanäle neu zuweisen, indem Sie die zugehörige Farbe aus der Dropdownliste wählen.
Optionen bei Kanalkonflikt
Wenn in dem ICC-Profil die Kanäle fehlen, um eine gewählte CMYK + Sonderfarben-Datei zu verarbeiten, kann die Datei nicht verarbeitet werden (Job in Fehlerstatus).
Im Manager für manuelle Jobs können Sie auf der Registerkarte Kanäle, die Kanal-Zuweisung manuell korrigieren. Es ist möglich, jeden Eingabekanal einem Kanal in der ICC-Datei neu zuzuweisen. Zudem können Sie ein und denselben ICC-Kanal mehreren Eingabekanälen zuordnen.
Wenn ein Kanal im Bild vorhanden ist, aber nicht im Profil, gibt es folgende Möglichkeiten:
a) Weisen Sie einen im Profil vorhandenen Kanal zu. Das Duplizieren von Kanälen ist möglich. Die Farbwerte der duplizierten Kanäle werden multipliziert.
b) Weisen Sie eine Sonderfarbe aus einem Sonderfarbenset zu.
c) Geben Sie die CMYK- oder Lab-Werte einer Sonderfarbe ein (freie Sonderfarbe).
Wenn ein Kanal im Profil vorhanden ist, aber nicht im Bild, gibt es folgende Möglichkeiten:
a) Weisen Sie einen im Profil vorhandenen Kanal einem beliebigen Kanal im Bild zu, auf diese Weise überschreiben Sie die aktuelle Farbdefinition dieses Kanals.
b) (Tun Sie nichts.) Zusätzliche (nicht benötigte) Kanäle im Profil werden ignoriert.
Beschriftungsinformationen
Beschriftungsinformationen benötigen CMYK-Kanäle, um gedruckt werden zu können. Falls im gedruckten Bild keine CMYK-Kanäle verfügbar sein sollten (entweder weil keine CMYK-Kanäle als Eingabekanäle vorhanden waren oder weil sie Sonderfarb-Kanälen neu zugewiesen wurden), wird der oberste Farbkanal in der Liste Kanäle verwendet, um das Label zu drucken.
Kontrollkeile
Die in einem Kontrollkeil vorliegenden Kanäle müssen auch im gedruckten Bild verfügbar sein. Andernfalls kann der Kontrollkeil nicht zusammen mit dem Bild ausgedruckt werden. Für die Überprüfung von Sonderfarben kann ein GMG Sonderfarben-Kontrollkeil gedruckt oder ein benutzerdefinierter Keil in die Datenbank geladen werden (Ansicht Datenbank > Kontrollkeile).
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